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Auch dieses Modell kann die Geschwindigkeiten von ankommenden und von sich entfernenden Fahrzeugen ermitteln. Hierbei wird die Geschwindigkeit durch Änderung der Entfernung zwischen zwei Laserimpulsen ermittelt. Das Riegl Messgerät bestimmt Geschwindigkeiten von 0- 250 km/h auf einer Messentfernung von 30 – 1000 m. Die Messzeit beträgt in der Regel 0,4 s kann aber auch bis zu 1 s gehen. Es darf bei Umgebungstemperaturen zwischen -10°C bis 50°C eingesetzt werden. Bei der Geschwindigkeitsmessung mit dem Lasermessgerät Riegl FG 21 – P wird der Messvorgang nicht dokumentiert. Deshalb kann nur noch im Nachhinein – im Rahmen der Befragung der Messbeamten – geklärt werden, ob die jeweilige Geschwindigkeitsmessung ordnungsgemäß verlaufen ist.
Gerade beim Messgerät Riegl FG 21 – P ist anhand des Messprotokolls zu prüfen, ob die jeweiligen Gerätetests ordnungsgemäß durchgeführt worden sind.

 Folgende Tests sind zu Beginn der Messung durchzuführen:

1.) Geräteselbsttest

Wird vom Messgerät selbstständig beim einschalten durchgeführt. Bei einem evt. Fehler, z.B. ein über- oder unterschreiten der Grenztemperaturen lässt sich das Messgerät nicht benutzen)

2.)  Nulltest

(Hier muss innerhalb des zugelassenen Messbereichs ein feststehendes Ziel anvisiert werden. Die Anzeige im Display muss hierbei 0 anzeigen)

3.) Anzeige

 (Segment-) Test (Hierbei wird überprüft, ob alle Anzeigeelemente komplett aufleuchten, Anzeige muss 8888 ergeben, bzw. ob die Leuchtbalken alle leuchten)

4.) Visiertest

Dabei kommt dem so genannten Visiertest oder Align-Test eine besondere Stellung zu. Bei diesem Test wird das Messgerät vor der Messung an einem Reflektor (Verkehrsschild, Katzenauge etc.) vorbeigeführt. Wenn, wie empfohlen, der zum Gerät gehörende Reflektor für den Align-Test genutzt wird, dann muss dieser auf ein unbewegliches Ziel montiert werden. Hier ist darauf zu achten, dass keiner der Messbeamten den Reflektor in der Hand hält, denn an der Arbeitskleidung der Polizei befinden sich diverse Reflektoren. Ebenso ungeeignet als Reflektor sind die Reflektoren der Leitpfosten, denn diese stellen selbst schon einen Reflektor dar. Wenn sich beim Align-Test ein anderer Reflektor im Strahlbereich befunden hat, dann bestehen erhebliche Zweifel an der Richtigkeit der nachfolgenden Messungen. Die zugelassenen Entfernungen für die Durchführung des Visiertests betragen, wie bei den anderen Lasermessgeräten auch, 150 m - 200 m. Bei dem beiliegenden Reflektor sind 100 m vorgeschlagen und für große Anzeigetafeln können es bis zu 300 m sein. Die Entfernungen sind laut PTB bis zu 10% Abweichung noch akzeptierbar. Mit neuer Bedienungsanleitung vom Dezember 2008 kann nun auch der volle Messbereich für den Test der Visiereinrichtung ausgenutzt werden. Das sind beim Riegl FG 21P mittlerweile 30 – 1000 m.

Hierbei ist zu beachten, dass das Gerät den Test nicht automatisch abbricht. Es ist also erforderlich, den Visiertest zu beobachten und zu beurteilen ob eine korrekte Kalibrierung erfolgte. Hierzu ist ein geeignetes Ziel auszuwählen, welches eine freie Sicht zulässt.

Nur wenn alle 4 Tests erfolgreich durchgeführt wurden, darf mit der amtlichen Messung begonnen werden.

Bei der Messung ist besonders kritisch zu betrachten, wenn es sich um sogenannte Kolonnenfahrten handelt. Aber auch zwei Kfz hintereinander können schon zu falschen Messungen führen. Das Messgerät wird denjenigen Reflektor messen, welcher die besten Reflexionseigenschaften besitzt, nicht den Reflektor, welcher am nächsten dran ist.

Da bei der Lasermessung mit dem Riegl FG 21-P keine Fotos gefertigt werden, ist die Messung besonders kritisch zu hinterfragen, wenn bei der Messung das Vier-Augen-Prinzip nicht eingehalten wurde. Bei der Protokollierung des Ergebnisses der Messung können sehr leicht Zahlendreher für den ermittelten Messwert erfolgen. Das Vier-Augen-Prinzip ist erfüllt, wenn der Messbeamte selbst das Messergebnis abliest und dies vom Protokollführer bestätigt wird. Dann erfolgt der Eintrag ins Messprotokoll durch den Protokollführer. Anschließend wird dieser Wert vom Messbeamten noch einmal kontrolliert.

Ebenso sind Messungen welche in einer Entfernung von größer 500m durchgeführt wurden genauestens zu untersuchen. Durch die Aufweitung des Laserstrahls mit zunehmender Entfernung, beträgt z.B. bei einer Messentfernung von 620 m der Durchmesser der Aufweitung des Messstrahls schon 3 m. Hier kann es also sehr leicht zu Fehlmessungen kommen. Durch die fehlende Film- und Fotodokumentation der Messung mit dem Riegl FG 21-P muss sich hier ganz auf die Aussagen des Messbeamten verlassen werden. In diesem Zusammenhang sei nochmals darauf hingewiesen wie wichtig das 4 Augen Prinzip für diese Messung ist. Nur durch die korrekte Einhaltung des Vier Augen Prinzips ist eine Bestätigung, dass es sich um das einzige Fahrzeug im Messbereich handelte und eine sichere Zuordnung zu dem betroffenen Fahrzeug möglich.

Da bei der Messung mit dem Laser Messgerät Riegl FG 21P keine Dokumentation erfolgt, muss das betroffene Kfz angehalten werden um den Fahrzeugführer zu ermitteln. Hierbei erfolgen üblicherweise die Messung und der Anhaltevorgang an unterschiedlichen Stellen. Somit ist eine korrekte Übermittlung der aufgenommenen Daten an einen weiteren Messbeamten von immenser Bedeutung. Der Anhaltetrupp muss die genauen Angaben für Fahrzeugtyp, Kennzeichen und Farbe zweifelsfrei übermittelt bekommen, damit er auch das richtige Kfz anhält. Hierbei ist die Art der Datenübermittlung zwischen Messbeamten und Anhaltetrupp zu hinterfragen.

Fehler bei der Ermittlung mit dem Riegl FG21-P können sein:

- Entspricht die Messstelle den Anforderungen?

- Kam es durch die Messentfernung zu einer Fehlmessung?

- Kam es durch die Karosserieform zu einer Stufenprofilfehlmessung?

- War der Betroffene als einziger im Messbereich?