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PostHeaderIcon Bikers Law Rechtsanwalt Jan Schweers in Bremen

PostHeaderIcon Höhere Reparaturkosten als im Gutachten veranschlagt

Amtsgericht Arnsberg, Urteil vom 11.10.2017, Az. 12 C 408/16

Bemerkt die zu reparierende Werkstatt bei einem Haftpflichtschaden während der Reparatur, dass es Erschwernisse gibt, die den Schaden erweitern und wird anschließend ein Sachverständiger hinzugezogen, der den neuen Umstand bestätigt, so muss der Versicherer die erhöhten Reparaturkosten erstatten.

Begründung: Das Prognoserisiko geht zu Lasten des Schädigers.

 

PostHeaderIcon Erstattungsfähigkeit der "Pauschale für Kleinersatzteile"

Amtsgericht Lindau, Urteil vom 04.10.2017, Az. 2 C 33/17

Das AG Lindau hat entschieden, dass eine Kleinteilepauschale von 2 % der sonstigen Ersatzteilkosten schadensrechtlich gerechtfertigt ist. Eine detaillierte Abrechnung von Kleinersatzteilen ist wirtschaftlich kaum möglich.

 

PostHeaderIcon Zur Notwendigkeit der Nutzung eines Mietwagens

Amtsgericht Döbeln, Zweigstelle Hainichen, Urteil vom 28.06.2016, Az. 4 C 89/17

Fährt ein Geschädigter mit dem Mietwagen an 5 Tagen rund 203 km, ist damit erwiesen, dass es notwendig war, das Fahrzeug anzumieten. Weiterer Vortrag, aus welchen Gründen der Geschädigte das Fahrzeug brauchte, kann nicht verlangt werden. Das Amtsgericht Döbeln klärte damit eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Jedoch war das Urteil nötig, weil Versicherer immer häufiger vortragen, ein Geschädigter könne auch mal ohne Fahrzeug auskommen, weshalb er dann wiederum erklären muss, warum er einen Mietwagen brauchte.

 

PostHeaderIcon Keine Notreparatur trotz langer Lieferzeit für Sportauspuff

Amtsgericht Stuttgart, Urteil vom 26.07.2017, Az. 41 C 1241/17

Verlängert sich die Reparaturdauer, weil die im Unfallfahrzeug verbaute und beschädigte Auspuffanlage nicht lieferbar ist, fällt die dadurch verlängerte Ausfalldauer dem Schädiger zur Last. Der Versicherer hatte vorgetragen, der Geschädigte hätte zunächst einen Serienauspuff einbauen lassen müssen, um dann nach Lieferung des Sportauspuffs diesen wieder umzubauen. Das Gericht sah dies nicht so und rechnet dem Versicherer vor, dass die Kosten für den Serienauspuff  und die doppelten Montagekosten zu keiner Ersparnis geführt hätten.

Aktualisiert (Mittwoch, den 01. November 2017 um 09:39 Uhr)

 

PostHeaderIcon 1/3 Mitverschulden bei Nutzung des Radweges entgegen der Fahrtrichtung

Oberlandesgericht Hamm, Urteil vom 04.08.2017, Az. 9 U 173/16

Kollidiert eine Radfahrerin beim Befahren eines Radwegs entgegen der Fahrtrichtung mit einem wartepflichtigen Pkw, kann der Radfahrererin ein 1/3 Mitverschulden am Unfall zur Last fallen. Der Umstand, dass sie keinen Schutzhelm getragen hat, erhöht ihren Eigenhaftungsanteil nicht. Das Gericht berücksichtigte bei der Bemessung des Mithaftungsanteils, dass das der Klägerin nach wie vor zustehende Vorfahrtsrecht kein Vertrauen ihrerseits in ein verkehrsgerechtes Verhalten des Beklagten habe begründen können. Auch wenn der Beklagte mit seinem Fahrzeug zunächst vor dem querenden Geh- und Radweg angehalten habe, habe die verkehrswidrig fahrende Klägerin ohne weitere Anhaltspunkte nicht davon ausgehen dürfen, dass der Beklagte sie wahrgenommen habe und ihr den Vorgang einräumen würde.

Aktualisiert (Mittwoch, den 01. November 2017 um 09:40 Uhr)

 
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